Als eine der ältesten, größten und schönsten Städte in Mitteleuropa, die von den Zerstörungen im Zweiten Weltkriege weitgehend verschont geblieben ist, ist sie heute ein touristisches Ziel allerersten Ranges. Seit 1992 zählt die Prager Altstadt zum Welterbe der UNESCO.
Die Baustile in Prag sind sehr vielfältig. Man findet romanische, gotische, Renaissance-, barocke, Rokoko-, klassizistische, Empire-, Jugendstil- und kubistische Gebäude, Kirchen, Türme oder andere Bauwerke und Artefakte.
Der Kaufmann Ibrahim ibn Jaqub bezeichnete Prag als "die Stadt gebaut aus Stein und Kalk" oder "Steinernes Prag". Weitere Bezeichnungen für Prag waren Praga totius Bohemiae domina (Prag, die Herrin von ganz Böhmen) und Praga mater urbium (Prag, die Mutter aller Städte). Im Mittelalter wurde Prag als Praga caput regni (Prag, das Haupt des Königreichs) bezeichnet. Von Karl IV. wurde Prag auch die "Goldene Stadt" genannt. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts wurde sie auch die "Stadt der hundert Türme" genannt.
Prager Burg
Am bekanntesten sind sicher die Prager Burg mit dem Veitsdom, die Karlsbrücke und der Altstädter Ring mit Teynkirche, Ungelt, Rathaus und astronomischer Uhr (Orloj). Aber auch die zweite mittelalterliche Burg, der Vyšehrad mit der St. Peter-und-Pauls-Kirche, lohnt einen Besuch. Die Prager Altstadt wird besonders durch ihre alten Häuser, die oft bis in die Romanik und Gotik zurückreichen, ihre zahlreichen Kirchen und romantischen Gassen geprägt. Auf der Kleinseite und in der Hradschin-Stadt dominieren dagegen prächtige Palais aus der Renaissance und dem Barock, darunter auch das Palais Lobkowicz mit der deutschen Botschaft, die 1989 als Zufluchtsort von Flüchtlingen aus der DDR gesamtdeutsche Geschichte schrieb. Unweit der beiden Stadtteile liegt das Kloster Strahov.
Wären dagegen in der Neustadt nicht das Neustädter Rathaus am Karlsplatz und viele Kirchen und Klöster aus der Gotik und dem Barock erhalten, würde man kaum vermuten, dass auch sie bereits in der Mitte des 14. Jahrhunderts gegründet wurde. Dies gilt besonders für den belebtesten Platz in Prag, den Wenzelsplatz, der als von mondänen Einkaufspassagen gesäumter Boulevard kaum noch an seinen mittelalterlichen Ursprung erinnert. Nur die Kirche St. Maria Schnee gibt noch ein Zeugnis seiner großen Bedeutung schon in früherer Zeit. Berühmt ist Prag ebenso für seine zahlreichen Jugendstilbauten. In Prag konnte sich der Kubismus auch in der Architektur entfalten.
Auch die moderne Architektur ist mit einigen exzeptionellen Bauten wie Frank Gehrys "Ginger and Fred" oder dem Fernsehturm vertreten. Ein weiterer bemerkenswerter Aussichts- und Sendeturm ist der dem Eiffelturm nachempfundene Petřínská rozhledna. Der 60 m hohe Turm wurde 1891 errichtet. Die Stadt Prag wird besonders geprägt durch die Moldau, die von 13 großen Brücken aus verschiedenen Zeiten überspannt wird.
Auch außerhalb der Innenstadt gibt es zahlreiche weitere touristisch besuchte Orte wie den durch die gleichnamige Schlacht 1620 berühmt gewordenen Weißen Berg (Bílá Hora) mit dem Renaissance-Jagdschloss Schloss Stern, das unweit gelegene Benediktinerkloster Břevnov, das barocke Schloss Troja mit seinen wunderschönen Deckengemälden und den Prager Zoo im selben Stadtteil sowie viele andere mehr
Die Stadt beherbergt eine Vielzahl von Museen. Das älteste, größte und wohl auch bekannteste ist das Nationalmuseum (Národní muzeum) am Wenzelsplatz mit dem zugehörigen Historischen Museum im Lobkowitz-Palast, dem Lapidarium (Lapidárium), dem Antonín Dvořák Museum (Muzeum Antonína Dvořáka) und dem Bedřich Smetana Museum (Muzeum Bedřicha Smetany). Die Geschichte der Stadt zeigt das Museum der Hauptstadt Prag (Muzeum hlavního města Prahy). Weithin bekannt sind auch das Mucha Museum (Muchovo muzeum) und das Jüdische Museum. Die Villa Bertramka (Vila Bertramka) informiert über das Leben und Werk Wolfgang Amadeus Mozarts in Prag und das der Musikerfamilie Dušek. Zu den ausgefalleneren Museen gehört sicher das Biermuseum der Brauerei Staropramen. Veletržní palác (Ausstellungspalast) im Prager Stadtteil Holešovice, ein Museum für ständige Ausstellung künstlerischer Werke des 19., 20. und 21. Jahrhundert.
In Prag gibt es unzählige große und kleine Bühnen. Neben dem Nationaltheater (Národní Divadlo mit Schauspiel, Oper, Ballett) und der Staatsoper (Státní opera) ist international vor allem die Laterna Magica bekannt, ein avantgardistisches Theater in der dem Nationaltheater angeschlossenen "Neuen Szene" (Nová scena), das eine originelle Verflechtung von Film, Licht, Musik, Ballett und Pantomime darbietet. Auch das Schwarze Theater, bestehend aus Pantomime und Lichteffekten auf schwarzem Hintergrund, ist sehenswert. Im Theater am Geländer (Divadlo na zabradli) begann Václav Havel als Bühnenarbeiter. Kultstatus unter Tschechen hat das Jara-da-Cimrman-Theater.
Im klassizistischen Ständetheater (Stavovské divadlo) im Herzen der Altstadt wurden zwei Opern von Wolfgang Amadeus Mozart uraufgeführt (La Clemenza di Tito und Don Giovanni).
Der Klang der Tschechischen Philharmonie (Česká Filharmonie) aus Prag ist durch sein musikalisches Feuer und seine klangschöne Weichheit leicht erkennbar und weltweit geschätzt.
Prag hat eine Vielzahl von Kneipen, Bars, Clubs, Jazz-Clubs und Discos.
U Fleků ist eine der typischen Prager Kneipen gewesen. Heute ist sie aufgrund ihrer Bekanntheit eine typische Kneipe für Touristen (mit Restaurant), vor die die Touristen in Bussen gefahren werden. U Fleků braut das nur dort ausgeschenkte dunkle Bier mit einer Stammwürze von 13° in der hauseigenen Brauerei. Es gibt keinen Außerhausverkauf.
Das Marquis de Sade (benannt nach Donatien Alphonse François de Sade) und das U Malého Glena (= beim kleinen Glen) sind Kneipen, in denen unter anderem Live-Jazz und Blues gespielt wird. Ein großer Anteil der Musiker kommt aus dem Ausland und lebt nur temporär in Prag.
Jo's Bar und U Glaubiců sind benachbarte Kneipen mit Restaurant auf der Prager Kleinseite mit sehr tiefen, historischen Kellergewölben. Der Keller von U Glaubiců ist über 700 Jahre alt.
Karlovy lázně (Karls Bäder) sind 5 Musikclubs mit 5 verschiedenen Musikrichtungen auf 6 Stockwerken (Keller eingeschlossen). Einige der Stockwerke haben Discocharakter, andere haben Kneipen- oder Clubcharakter. Da diese Einrichtung in ihrer Form einzigartig ist, schreibt sie über sich "größte Einrichtung ihrer Art in Mitteleuropa". Auf Grund der Vielseitigkeit der einzelnen Clubs und des hohen Standes der technischen Ausrüstung sind in Karlovy lázně verschiedene Altersgruppen sowie viele verschiedene Nationalitäten anzutreffen.
Am Wenzelsplatz befinden sich zwei weitere größere Clubs: Das Duplex ist ein bekannter Dance-Club, der auch bei Prominenten beliebt ist. So feierte Mick Jagger hier 2003 während der Rolling Stones-Tournee "40 Licks" seinen 60. Geburtstag. Gegenüber auf der anderen Seite des Wenzelsplatzes liegt in einem Kellergeschoss der Ende 2004 eröffnete Dance Club Stonx. Im Roxy Dance Club wird Musik aus verschiedenen Richtungen live und aus der Kiste gespielt. Das Chateau, ehemals das Chapeau Rouge ist ein Club mit Cocktailbar, Biertheke und Tanzfläche. Das Radost FX ist auch ein beliebter Club ähnlich wie das Palác Akropolis.
Wer beim Clubbing allerdings auch mal auf ein paar Tschechen treffen will, sollte auf jeden Fall auf das House-Boat "U Bukanyra" gehen. Für den Ausklang eines gelungenen Abends bietet sich der "Club 54" in der Hybernska an (Nähe Wenzelsplatz Hauptbahnhof), der von 5 Uhr morgens bis 12 Uhr Mittags gut gefüllt ist.
Der 1958 gegründete Reduta Jazz Club ist wahrscheinlich der bekannteste Jazz Club der Stadt. So bekannt, dass hier 1994 sogar der damalige US-Präsident Bill Clinton einen Saxophon-Auftritt aufs Parkett legte. Geboten wird ein sehr vielseitiges Programm an verschieden Jazz-Richtungen. Bei den einheimischen Jazz-Fans ist das AghaRTA Jazz Centrum, benannt nach einem Album des Jazz-Trompeters Miles Davis, sehr beliebt.